Was man zu Ostern alles in Italien erleben kann! Events & Reisetipps

Was kann man zu Ostern in Italien erleben? Was hat es mit dem knallenden Wagen in Florenz auf sich? Und auf welcher Insel sieht man rennende Engel? Und wo wird ein riesiges Schokoladenei hergestellt?
Schnapp dir ein Stück des Schoko-Eis, wenn es verteilt wird, koste den Osterkuchen Colomba und feiere ‚Pasquetta‘ (das kleine Ostern) mit den Italienern am Strand.
Alle Infos dazu was du wo zu Ostern in Italien erleben kannst und einige Reisetipps für die Osterzeit findest zu hier.

Ostern in Italien mitfeiern: Von knallenden Wagen & rennenden Engeln

In Italien beginnt der Osterritus am Karfreitag, an welchem man dem Tod Jesu Christi am Kreuz gedenkt. In vielen Orten werden Prozessionen veranstaltet, die den Kreuzweg nachstellen (‚Via Crucis‘). Aber auch an anderen Tagen der Karwoche (‚Settimana Santa‘) gibt es Prozessionen und gelebte Bräuche (z.B. Palmweihe am Palmsonntag). Karsamstag ist ein Tag des Wartens. Am Ostersonntag wird dann die Auferstehung gefeiert und es starten die fröhlichen und bunten Osterfeste. Am Ostermontag (‚Pasquetta‘, das kleine Ostern) ist es für viele Italiener üblich einen Ausflug aufs Land zu machen.

Osterprozessionen

Am Karfreitag (aber auch am Ostersonntag) gibt es zahlreiche Prozessionen im ganzen Land:

  • Rom: Die wohl wichtigste Osterprozession findet in der Stadt Rom am Karfreitag statt und wird vom Papst selbst vollzogen: Via Crucis, der Kreuzweg in Rom. Die Prozession geht vom Kollosseum zu Venustempel. Das Kreuz wird von Station zu Station des Leidensweges Christi getragen. Dieses Ereignis wird von vielen Gläubigen besucht und auch im Fernsehen übertragen.
  • Insel Procida: Eine ganz besondere Osterprozession soll auf der kleinen Insel Procida im Golf von Neapel stattfinden. Am Karfreitag findet der Umzug ‚Corteo dei Misteri‘ statt. Die Mysterien sind Darstellungen von Szenen aus der Bibel, begleitet von lebensgroßen Statuen von Jesus und seiner Mutter Maria.
  • Taranto: In Taranto in Apulien werden am Karfreitag von weiß gewandeten Männern der Bruderschaft riesige Christusstatuen tanzend durch die Stadt getragen. Auch weiter südlich in Apulien, in Gallipoli, werden unterschiedliche Prozessionen veranstaltet.
  • Sorrent: Auf der sorrentinischen Halbinsel finden ebenfalls viele Prozessionen statt, die von Bruderschaften organisiert werden und deren Teilnehmer vermummt als ‚Incapucciati‘ mitgehen (il capuccio = die Kapuze, incapucciato = Kapuze tragend). In Sorrent tragen bei der ‚Processione dell’Addolorata‚ verhüllte Männer das Bildnis der Mutter Maria bei Fackellicht durch die Stadt.
  • Sizilien: Auch Sizilien ist bekannt für seine vielen Umzüge, die von unzähligen Gläubigen begleitet werden. Eine ganz besondere ist die Prozession der Misteri in Trapani. Auch die Mys­te­rien­pro­zessio­nen von Caltanissetta ist erwähnenswert.
  • Brenzone: Via Crucis in Brenzone: Rund um den Gardasee finden auch Prozessionen und Osterveranstaltungen statt. Beispielsweise wird der Kreuzweg in Brenzone nachgestellt. Die Gemeinde besteht aus verschiedenen Dörfern und so ist die Prozession des Kreuzwegs recht abwechslungsreich.
  • Sardinien: In Sardinien findet man ebenfalls Mysterienprozessionen. Oder die Lunissanti-Prozession in Castelsardo, bei der schwarz gekleidete Frauen dem Bildnis der Jungfrau Maria folgen.
  • Abruzzen: In den Abruzzen findet in Sulmona die Karfreitagsprozession ‚Madonna che corre in piazza‚ statt.

Weitere Osterfeierlichkeiten (gefunden auf italia.it):

  • Florenz: Scoppio del Carro in Florenz: Der ‚Knall des Wagens‚ in Florenz ist eine Tradition, die aus der Zeit der Kreuzzüge stammt und bei der es ursprünglich um die Weitergabe des Heiligen Feuers aus Jerusalem ging: zuerst mit Fackeln, dann auf einem Wagen. Irgendwann kam man auf die Idee einen explodierenden Wagen für die Entzündung des Feuers zu nutzen. Heute funktioniert der Knall des Wagens so: Eine Rakete in Form einer Taube saust an einem Seil durch die Kirche zum Wagen vor der Kirche, um mit einem Knall die Feuerwerkskörper auf dem Wagen zu entzünden und dann zurück in die Kirche zu gleiten. Gelingt es, steht Florenz ein gutes Jahr bevor.
  • Bormio: Ein außergewöhnlicher Osterumzug findet in Bormio, im Norden Italiens statt (Pasquali di Bormio). Die in fünf Gruppen eingeteilten Einwohnern der Stadt Bormio gestalten und dekorieren fünf Umzugswagen, die am Ostersonntag gegeneinander antreten. Der Brauch kommt ursprünglich von der Lamm-Opfergabe auf fünf Wägen,
  • Insel Ischia: La Corsa dell’Angelo auf der Insel Ischia: Es wird mit Holzstatuen das Wiedersehen von Maria und dem auferstandenen Jesus nachgestellt, zu dem ein Engel herbeieilt.
  • Sardinien: Das Ritual ‚S’Incontru‘ in Oliena auf Sardinien: Auch hier geht es um das Wiedersehen von Maria und ihrem Sohn Jesus.

Ostermärkte

Neben Prozessionen, Osterumzügen und anderen kulturellen Veranstaltungen gibt es auch viele Ostermärkte in Italien (‚Mercatini di Pasqua‘):

  • Bozen & Meran: In Südtirol zum Beispiel in Bozen und Meran. Auf dem Ostermarkt in Bozen findet man Kunsthandwerk. Der Ostermarkt in Meran begleitet die Ausstellung ‚Arte sull’uovo‘, bei der handverzierte Ostereier ausgestellt werden. In Meran findet am Ostermontag auch ein Haflinger Galopprennen statt, deren Teilnehmer davor begleitet von schön geschmückten Wägen und Musik durch die Stadt ziehen.
  • Emilia-Romagna: In der Region Emilia-Romagna findet man in Misano Adriatico einen Ostermarkt. In Rimini und anderen Orten an der adriatischen Riviera der Emilia-Romagna, gibt es viele weitere Oster-Events (wie z.B. eine Regatta oder Ostern am Meer).

Das größte Schokoei

  • Castiglione: In Castiglione (Region Lazio) gibt es einen jährlichen Wettbewerb, wer das größte Schokoladenei erstellen kann. Die Schokolade wird dann auf der Straße verteilt!
  • Cividale: Ein Eier-SpielGioco del Truc‚ wird in Cividale (Provinz Udine) gespielt: Es sieht für mich ein bisschen wie eine Mischung aus Boccia und Minigolf aus. Man rollt sein Ei in eine Mulde und versucht das eines anderen zu treffen.
  • Sorrent: In Sorrent gibt es die Tradition der ‚Palme di Confetti‘. Zuckerüberzogene Mandeln werden kunstvoll zu Sträußen verarbeitet.

Was isst man zu Ostern in Italien?

Osterkuchen Colomba
Osterkuchen Colomba

Osterkuchen, Eier & Lamm

Zu Ostern isst man den traditionellen Colomba-Kuchen, den Osterkuchen in Form einer fliegenden Taube (‚Colomba‘) mit gespreizten Flügeln. Die italienische Ostertaube (Colomba Pasquale) wird aus einem Hefeteig mit u.a. Mehl, Eiern und Butter gebacken und wird mit Hagelzucker und Mandeln bestreut. Oft wird der Colomba-Kuchen selbst gebacken und aufwendig verziert, um ihn Familie und Freunden zu schenken.
Colomba wird beim Oster-Picknick gegessen oder auch zum Frühstück oder zum Kaffee am Nachmittag. Entstanden ist der Osterkuchen als Gegenstück zum Weihnachtskuchen Panettone. Hier sind zwei Rezepte: Colomba Rezept Italienisch, Colomba Rezept Deutsch.
Weitere Ostersymbole sind das Lamm und das Ei. So gibt es zu Ostern haufenweise Schokoladeneier und das Lamm wird mit Kartoffeln, gekochten Eiern und Gemüse des Winters oder saisonalem Frühlingsgemüse serviert.

Regionales Ostergebäck:

In Apulien gibt es das traditionelle Gebäck ‚Scarcella‚, das die Form eines geflochtenen Rings hat, in das ein ganzes Ei eingebacken wird (Rezept, Video-Rezept).
In Kampanien gibt es den Mürbteigkuchen ‚Pastiera napoletana‚ (Rezept Italienisch, unter dem Artikel Rezept auf Deutsch oder dieses Rezept). Der Kuchen ist gefüllt mit Ricotta und Weizenkörnern und wird aromatisiert durch kandierte Früchte, Zitronenschalen, Orangenschalen und Orangenblütenwasser.
In Veneto gibts ‚Fugazza‚ (oder umgangssprachlich ‚Fugassa‘), dieser Kuchen sieht dem weihnachtlichen Panettone sehr ähnlich. Auch die ‚Schiacciata di Pasqua‚, typisch für die Toskana, hat Ähnlichkeit mit einem Panettone.
In Sizilien bereitet man das ‚L’agnello pasquale‘ zu – in diesem Video wird diese Oster-Tradition gezeigt!

Reisetipps – wohin zu Ostern in Italien?

Ostern fällt in den Frühlingsanfang und es ist einfach herrlich im Frühling in Italien! Noch ist es nicht zu heiß, aber schon warm genug, um die Zeit draußen zu verbringen und seine Zehen testweise ins Meer zu strecken. Die Natur wacht auf, es sprießt und blüht überall und duftet so wunderbar. Die Küstenorte erwachen und die Städte pulsieren vor Lebensfreude!

Natur pur:
In Apulien soll es im Frühling besonders schön sein, wenn u.a. die Olivenbäume blühen und man in der warmen Frühlingssonne die Gegend wandernd oder auch mit dem Fahrrad erkunden kann wie z.B. den Nationalpark Gargano oder den südlichen Zipfel Apuliens mit seinen einsamen Buchten.
Oder erkunde die Natur Siziliens abseits der touristischen Routen: wandere durch Wälder und schroffe Bergwelten, bade in heißen Quellen und schau dir die alten Ruinen von Himera an. Bewundere die endlosen roten Mohnfelder nahe Palermos oder genieße den Duft der blühenden Mandelbäume.
Auch die Berge der Abruzzen versprechen großen Wanderspaß, z.B. der Majella-Nationalpark oder der Gran Sasso Nationalpark.

Städtchen:
Da es noch nicht so heiß ist, kann man z.B. die kleinen Städtchen Apuliens oder der Toskana auf einem Roadtrip besuchen. Wie wäre es mit den Trulli in Alberobello, dem Keramikviertel in Grottaglie, den hübschen Städtchen Locorotondo oder Cisternino oder dem mittelalterlichen Pitigliano oder Volterra? Oder besuche die Kulturhauptstadt 2019, die Felsenstadt Matera mit ihren Höhlenwohnungen! Vielleicht kann ich dich auch für die Zugreise von Lecce nach Otranto begeistern, bei der es durch Olivenhaine ans türkisblaue Meer geht? Oder erkunde die Landschaft und Gastronomie von Chianti, zwischen Siena und Florenz!

Städtetrips:
Städte lassen sich besonders gut im Frühling besuchen, da einen die Hitze noch nicht ans Meer oder ins gekühlte Hotelzimmer zurück jagt. Wie wäre es mit der Stadt der Arkaden Bologna, dem zauberhaften Siena, dem Florenz des Südens Lecce, der aufregenden Metropole Neapel oder der wunderschönen Stadt Bari am Meer? Die italienischen Städte sind wieder voller Leben: Kein Regen, ein bisschen Sonne und die Straßen Italiens vibrieren voll italienischer Lebensfreude: Man trinkt den Kaffee und Aperitivo in den Gassen und flaniert mit Kindern und Hund durch die Stadt. Hin und eintauchen!

Ans Meer zum Picknicken wie die Italiener:
Am Ostermontag (‚Pasquetta‘, kleines Ostern) machen die Italiener gerne eine Ausflug ans Meer, um dort zu Picknicken. Schließ dich an und erlebe wie die Küstenorte aufwachen!

Ab auf die Insel:
Je weiter südlich, desto wärmer ist es schon! Ich habe mich definitiv in Sizilien verliebt: Genieße das unglaublich geschmackvolle Obst und Gemüse, besuche die autofreie Insel Favignana mit ihren einsamen Buchten, schau dir die Altstadt Ortigia und die historische Ausgrabungen in Siracusa an, wirf dich ins Getümmel des Fischmarkts in Catania, erklimme den Ätna, erkunde die äolischen Inseln mit dem Segelboot, nutze den Wind und geh Kitesurfen in Lo Stagnone, wandere zu den Terme libere,… die Möglichkeiten sind beinahe unendlich und ohne die große Sommerhitze macht es gleich noch viel mehr Spaß unterwegs auf Erkundungstour zu sein! Noch mehr Reiseideen für Sizilien? Hier entlang.

Wie ist das Wetter zu Ostern in Italien?

Je nachdem auf welches Datum Ostern fällt, ist es noch März oder schon April. Je näher Ostern an den Sommer rückt, desto wärmer wird es sein. Aber auch je weiter südlich man reist, desto wärmer sind die Temperaturen. Es kommt also ganz darauf an, wo man hinfahren möchte. Im Süden kann man mit ungefähr 20 Grad rechnen. Im Meer baden geht allerdings noch nicht wirklich, die Badesaison beginnt im Mai. Wie im Herbst können die Tage im Frühling sonnig, die Abende aber noch recht frisch sein. Und auch mit Regen muss man ab und zu rechnen.
Also am besten den Wetterbericht vor der Reise prüfen und Sonnenbrille und Regenjacke einpacken!

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